Pflanze des Jahres 2017

Die Haselnuss (Corylus avellana)

Beziehung Mensch – Haselnuss

Die Nüsse waren für die Menschen schon immer eine wichtige Quelle für hochwertiges Eiweiß und Fett. In üppigen Jahren konnten Nüsse gesammelt und eingelagert werden, um in Notzeiten als Nahrung zu dienen.

Das Holz der Haselnüsse liefert lange gerade Stangen und kann zum Staketen-Zaunbau, zum Korbflechten oder zum Stäben von Stauden und Gemüse Verwendung finden.

In Feld und Wald begegnen uns viele Haselnusssträucher, die sich selbst ausgesät haben oder als Begleitgrün angepflanzt wurden. Sie eignen sich als Windschutzhecken, Sichtschutz, und auch zur Uferbefestigung an Teichen und Bächen.

Wie bei anderen Obstsorten gibt es die Möglichkeit, Haselnüsse auf eine Unterlage zu veredeln, damit Sie einen Stamm bilden können. Als Unterlage dient die Baumhasel (Corylus colurna).

Haselnuss entdecken

In der Landschaft vorkommende Sämlinge tragen selten größere Früchte und oft hat der Haselnussbohrer den nahrhaften Kern bereits herausgefressen.

Für Gärten ist die reine Art mit ihren in alle Richtungen ausgreifenden Ästen oft zu groß. Diese lassen sich zwar ohne Probleme stark zurücknehmen und erneuern sich immer wieder aus dem Wurzelstock, tragen dann aber für einige Jahre keine Früchte.

Aus Züchtungen sind mittlerweile einige vielversprechende Sorten für den Anbau entstanden. Daher ist es in Deutschland eher Neuland, seine eigenen Haselnüsse im Garten oder als Obstanlage zu pflanzen.

„Eine Hand voll Nüsse am Tag, Doktor erspart“

Wer 20 Gramm Nüsse pro Tag isst, reduziert sein Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfall, Krebs und Diabetes laut einer aktuellen Studie immens.

Neben wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor und Eisen sind in Haselnüssen auch jede Menge Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Ein hoher Vitamin E-Gehalt in den Nüssen schützt unsere Zellen vor einer Schädigung.

Botanik / Bienennährgehölz

Die gewöhnliche Hasel gehört zur Familie der Birkengewächse und ist natürlicherweise ein breit aufrecht wachsender, mehrstämmiger Großstrauch. Diese gedeihen in ganz Europa sowie Westasien und erreichen eine Höhe und Breite von 5 (bis 7) m.

Der Haselnussstrauch trägt männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze. Die männlichen Kätzchen sind gelb und während Ihrer frühen Blütezeit von März bis April ein wertvolles Bienennährgehölz. Die sehr kleine, rote weibliche Blüte ist unscheinbar und wird vom Wind bestäubt. 

Haselnüsse verbreiten sich auch durch Eichhörnchen, welche die Nüsse als Vorrat verstecken und viele hinterher nicht wiederfinden.

Tipps zur Ernte und Lagerung

Im September/Oktober kann geerntet werden. Die Früchte sind reif, wenn Sie beim Schütteln der Zweige von selbst zu Boden fallen. Zur Ernteerleichterung kann rings um den Stamm ein Vlies ausgelegt werden, um damit die Nüsse aufzufangen.
Haselnüsse mit beschädigter Schale müssen sofort verbraucht werden. Diese schmecken am besten im Backofen geröstet.

Die Nüsse sollten kühl (ca. 10 – 18 °C), dunkel und trocken gelagert werden, um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten.

Neue Sorten

Für den Hausgarten empfehlen sich ertragreiche Sorten mit großfrüchtigen Nüssen, die am Baum schön anzusehen sind und anschließend in der Küche Verwendung finden.

Es bieten sich Sorten an wie `Butler`, `Ennis`, `Katalonski` oder die `Hallesche Riesennuss`. Bei all diesen rundlichen Sorten werden die Nüsse mindestens 20 mm groß, teilweise bis 30 mm.

Lust auf außergewöhnliche Haselnusssorten?

Interessante Ziergehölze in Hecken und als Solitär gepflanzt sind die rot- und gelblaubigen Sorten.  
`Warschauer Rote` und `Rote Zellernuss` zeigen im Frühjahr einen herrlichen roten Austrieb. Rote Fruchtbüschel leuchten im Sommer aus dem Laub und sind ein Hingucker. Die Sorte `Aurea` wird aufgrund Ihres gold-gelben Austriebes auch Goldhasel genannt. Zum Sommer färben sich ihre Blätter zitronengrün.
Die Früchte dieser Ziergehölze sind ebenfalls essbar.


 "Lasst uns auch eine Hasel pflanzen!"

 

Rückblick auf die Kornelkirsche und den Holunder